Pfingstgottesdienst um 11 Uhr

in Bonbaden: draußen vor dem Gemeindehaus (Hofstatt 16)

 

Am Pfingstsonntag, 31. Mai 2020, feiern wir, dass Gott uns die Kraft seines Heiligen Geistes schenkt. Gottes Geist öffnet uns die Augen dafür, wer Jesus ist. Gottes Geist erfüllt uns mit der Liebe Gottes, mit Freude und Frieden. Gottes Geist verbindet uns mit Gott und auch miteinander. Das lasst uns an Pfingsten miteinander feiern! 

Zum Sonntag ist wieder eine Hörandacht auf dem Anrufbeantworter des Gemeindebüros zu hören (06442 92152), damit auch Gemeindeglieder, die kein Internetzugang haben, eine Andacht aus unserer Gemeinde hören können. Für jede Woche soll dann eine neue Andacht aufgesprochen werden. Erzählt es in Eurem Umfeld weiter, dass es diese Möglichkeit gibt! Wenn der Anrufbeantworter nicht anspringt, hört ihn gerade jemand anderes ab. Dann versucht es ein paar Minuten später noch einmal



Mit Gott den Tag beschließen, ist eine gute Sache.

 

Unter "Andacht" findet Ihr den Vorschlag für eine Abendliturgie. Wenn man diese Worte als abendliches Ritual immer wiederholt, verinnerlichen sie sich und wirken in einem. Nach und nach werden wir sie auswendig können.

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Neue Demut

 

Wer hätte es Anfang des Jahres für möglich gehalten, dass z.B. 95 % der Flüge gestrichen werden? Dass der Staat unser Privatleben so stark einschränken würde? Dass wir keine Gottesdienste feiern dürfen? So viele Planungen werden über den Haufen geworfen! Ganz selbstverständlich gingen wir bisher – jedenfalls in unserem Land – davon aus, dass wir unser Leben planen und gestalten und im Griff haben können, auch mithilfe der technischen Entwicklung. Jetzt macht Gott uns klar, wie zerbrechlich unser Leben ist, dass es eine Wirklichkeit gibt, über die wir nicht Herr sind. Die Lage zwingt uns, innezuhalten, nicht weiter auf der Überholspur zu leben. Ob wir diese Lektion verstehen? Ob wir neue Demut lernen? Oder kehren wir nach der Krise einfach zum alten Leben zurück? Für mich liegt in diesem „Stopp“ der Aufruf Gottes, meine überhebliche Haltung abzulegen und die Wirklichkeit anzuerkennen, dass mein und unser aller Leben in Gottes Hand liegt. Immer schon. Wie viel habe ich denn wirklich von meinem Lebenslauf in der Hand gehabt? Ich habe nicht selbst entschieden, in welche Familie ich geboren wurde, wo ich aufgewachsen bin, dass ich meiner zukünftigen Frau über den Weg gelaufen bin, dass wir hier in Mittelhessen Arbeit gefunden haben, dass wir Kinder bekommen und wie sie werden würden... Also alles wirklich Wichtige in meinem Leben habe ich gar nicht im Griff. Ich empfange es dankbar aus Gottes Hand. Wenn ich das in neuer Demut sehe, kann ich auch meine Zukunft vertrauensvoll aus seiner Hand empfangen. Gott ist größer auch als das Corona-Virus. Gott sei Dank!

In der Bibel gibt es ein schönes Gebet von König David. Die Menschen haben gerade viel geleistet, um das große Projekt des Tempelbau zu ermöglichen. David ist aber nicht stolz auf die eigene Leistung, sondern sagt Gott Danke (1. Chronik 29, 10-18):

Gelobt seist du, HERR, Gott Israels, unseres Vaters, von Ewigkeit zu Ewigkeit!

Dein, HERR, ist die Majestät und Gewalt, Herrlichkeit, Sieg und Hoheit.

Denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, das ist dein.

Dein, HERR, ist das Reich, und du bist erhöht zum Haupt über alles.

Reichtum und Ehre kommt von dir, du herrschst über alles.

In deiner Hand steht Kraft und Macht, in deiner Hand steht es, jedermann groß und stark zu machen.

Nun, unser Gott, wir danken dir und rühmen deinen herrlichen Namen.

Denn was bin ich? Was ist mein Volk, dass wir freiwillig so viel zu geben vermochten?

Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir's gegeben.

Denn wir sind Fremdlinge und Gäste vor dir wie unsere Väter alle.

Unser Leben auf Erden ist wie ein Schatten und bleibet nicht.

HERR, unser Gott, all dies Viele, das wir beschafft haben, dir ein Haus zu bauen,

deinem heiligen Namen, ist von deiner Hand gekommen, es ist alles dein.

Nun ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm.

Darum habe ich dies alles aus aufrichtigem Herzen freiwillig gegeben und habe jetzt mit Freuden gesehen,

wie dein Volk, das hier vor dir steht, dir alles freiwillig gegeben hat.

HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, unserer Väter,

bewahre für immer solchen Sinn und solche Gedanken im

Herzen deines Volks und richte ihre Herzen auf dich!



Venci Sancte Spiritus

 

Komm herab, o Heil'ger Geist, der die finstre Nacht zerreißt,

strahle Licht in diese Welt.


Komm, der alle Armen liebt,

komm, der gute Gaben gibt,

komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,

Gast, der Herz und Sinn erfreut,

köstlich Labsal in der Not,

In der Unrast schenkst du Ruh,

hauchst in Hitze Kühlung zu,

spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,

fülle Herz und Angesicht,

dring bis auf der Seele Grund.

Ohne dein lebendig Wehn

kann im Menschen nichts bestehn,

kann nichts heil sein noch gesund.

 

Was befleckt ist, wasche rein,

Dürrem gieße Leben ein,

heile du, wo Krankheit quält.

Wärme du, was kalt und hart,

löse, was in sich erstarrt,

lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,

das auf deine Hilfe baut,

deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit bestehn,

deines Heils Vollendung sehn

und der Freuden Ewigkeit.

 

Amen.

 

 

(Stephen Langton 1150-1228)




Was ist wesentlich?

 

„Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?“, fragt Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 6, 25). Wie sehr hat sich unser Leben vor der Coronakrise um Arbeiten, Geld-Verdienen, Essen und Shoppen gedreht?! Jetzt fällt so viel weg von dem, was unser Leben sonst ausgefüllt hat. Anscheinend gibt es noch etwas Wichtigeres als Produzieren und Konsumieren. Was kann das sein? Noch können wir spazieren gehen und den kommenden Frühling genießen. Wir können Briefe schreiben und ein gutes Buch lesen. Wir können singen und Musik hören. Wir können etwas basteln und miteinander telefonieren. Kurz: wir können das Leben spüren. Dazu gehört natürlich, dass wir die innere Freiheit dafür haben und uns nicht von den Sorgen verrückt machen lassen. Das ist schwer, wenn man nicht weiß, wie lange das Ganze dauert. Jesus sagt in der Bergpredigt: „Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch Gottes Herrschaft unterstellt, und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit all dem anderen versorgen. Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.“ (Matthäus 6, 33+34 in der Übersetzung: Gute Nachricht)                (20.03.20)

Du verpasst nichts

 

Wenn nebenan die Party abgeht und Du bist nicht dabei, fühlst Du Dich schlecht. Jetzt aber steht die Welt still und Du verpasst nichts. Es gibt keine bessere Gelegenheit, um die Stille zu suchen. Wähle eine Zeit (20 Minuten), wo Du Dich nicht zerstreust (mit Fernsehen, Smartphone oder Internet), sondern Dich sammelst vor Gott. Das folgende Gebet von Romano Guardini hat sich dafür als hilfreich erwiesen, wenn man es sich immer wieder neu vornimmt:

 

Fortwährend empfange ich mich aus Deiner Hand,

fortwährend blickt Dein Auge mich an.

Von Deinem Blick her lebe ich, Du mein Schöpfer und mein Heil.

Lass mich in der Stille Deiner Gegenwart

das Geheimnis erkennen, dass ich bin;

dass ich bin durch Dich und vor Dir und für Dich.

Amen