Arbeitsblätter


Liebe Kinder in Bonbaden, Neukirchen und Schwalbach!

 

Ihr werdet überrascht sein, dass ich euch schreibe. Vielleicht kennt ihr mich noch nicht, deshalb stelle ich mich kurz mal vor. Ich heiße Jairus. Von Beruf bin ich Synagogenvorsteher. Ich bin verheiratet und habe eine Tochter in eurem Alter. Sie ist 12 Jahre alt. Sie ist auch der Grund, warum ich euch schreibe. Meine Tochter ist das Liebste, was ich habe. Aber sie wurde auf einmal ganz schwer krank. Keiner, aber auch keiner konnte ihr helfen. Alle möglichen Ärzte holten wir, keiner war in der Lage, sie zu heilen. Unheilbar krank, sagten die Ärzte, wir können nicht helfen! Ich wurde trauriger und trauriger.

 

Dann, an dem wohl spannendsten Tag in meinem Leben, kam Jesus in unsere Gegend. Eine große Menschenmasse empfing Jesus. Ich war auch dabei. Ich hatte schon viel von Jesus gehört. Dann hielt ich es nicht mehr aus. Ich überlegte nicht lange, lief zu Jesus hin und warf mich vor seine Füße. Mir fehlten die Worte, ich bat Jesus nur, so schnell wie möglich mit mir zu kommen, meine einzige Tochter läge im Sterben. Ich war so ungeduldig und aufgeregt, Jesus musste so schnell wie möglich mit mir kommen. Es ging mir nicht schnell genug. Tatsächlich, ich hatte es geschafft. Jesus ging mit mir! Die Hoffnung auf Heilung stieg! Aber was geschah jetzt? Das darf doch nicht wahr sein. Jesus blieb wieder stehen. Was macht er denn da? Komm doch endlich, Jesus, sonst ist alles zu spät, dachte ich bei mir. Das gibt's doch nicht. Jesus hat noch Zeit um mit einer Frau zu sprechen. Das ist doch die Frau, die seit 12 Jahren an einer unheilbaren Krankheit leidet, wie meine Tochter. Die Ärzte konnten auch ihr nicht helfen. Ich bekam nicht alles so genau mit in der großen Menge, aber was sagte Jesus da zu der Frau? "Dein Vertrauen, dein Glaube hat dir geholfen." Sie war gesund? Ja, sie war geheilt.

 

Jesus hat sie gesund gemacht! Mensch, Jesus, jetzt komm doch schnell mit zu meiner Tochter, dann wird sich auch gesund. Meine Hoffnung war riesengroß. Jesus kann auch meine Tochter heilen wie diese Frau. Doch da hinten, da kam doch mein Diener. Was will der denn hier? das konnte nichts Gutes bedeuten. So war es auch. Ich wurde kreidebleich. Bemühe Jesus nicht weiter, deine Tochter ist gestorben. Meine Tochter, tot, ich wollte es nicht wahrhaben, aber es war so. Jesus sah mein Gesicht. Er hatte die Nachricht mitbekommen. Er merkte, dass mich nichts trösten kann. "Erschrick nicht, hab nur Vertrauen, dann wird deine Tochter gerettet!" Auch wenn Jesus das sagte, was es mir nur ein schwacher Trost. Worauf sollte ich vertrauen, meine Tochter ist tot. Da gibt es nichts mehr dran zu rütteln, es ist alles zu spät! Wir kamen endlich zu Hause an. dort saßen auch schon alle Verwandten und Bekannten im Zimmer. In der Mitte lag unsere Tochter. Als ich sah wie sie alle heulten, konnte ich meine Tränen auch nicht mehr zurückhalten. Jesus trat ins Zimmer und sagte: "Weint nicht, das Mädchen schläft nur." Was? Schlafen" Sie war tot, das lag klar auf der Hand. Da konnten wir nur traurig darüber lachen, was Jesus da redete. Jesus aber störte es nicht, dass wir lachten; er nahm unsere Tochter bei der Hand und rief ihr zu: "Mädchen steh auf!" Da kehrte wieder Leben in unsere Tochter zurück, und sie stand sofort auf. Jesus ließ ihr zur Stärkung sofort etwas zu essen bringen. Ich bekam Angst und erschrak sehr über das, was ich an diesem Tag erlebt und erfahren hatte.

 

Dieser Tag liegt nun schon eine Weile zurück. Meine Tochter ist so gesund wie nie zuvor, und ich habe viel von diesem Tag gelernt. Jesus erfüllt nicht immer sofort alle unsere Wünsche und Bitten. Wir werden schon manchmal hart auf die Probe gestellt. Aber eins habe ich erfahren. Jesus ist sogar stärker als der Tod. Er kann Tote wieder lebendig machen. Das hat er auch am Kreuz von Golgatha bewiesen. Jesus starb für uns. Aber er ist auch am 3. Tag wieder auferstanden. Der Tod und alle Sorgen haben keine Macht mehr über uns. An diesen Jesus glaube ich und wünsche euch, dass ihr auch Erfahrungen mit Jesus macht und mit ihm leben wollt.

 

Tschüss Euer Jairus

>>> Jairus <<<

Lukas 8,40 bis 56



Der barmherzige Samariter (nach Lukas 10, 25-37)

 

Ha, das ist ein Leben in Jerusalem. Die Händler preisen ihre Waren an. „Kauft frische Orangen aus Jaffa!” oder „frischer Fisch aus dem Mittelmeer” oder „feinste Gewürze aus dem Orient”. Die Kinder rennen und schreien lustig herum, und aus dem Tempel hört man das Blöken der Lämmer und das Gurren der Tauben, die als Opfertiere bestimmt sind.

 

Ein Kaufmann hat seine Geschäfte in Jerusalem erledigt und freut sich auf zu Hause. Zunächst geht er durch die belebten Straßen. Er hat sein ganzes verdientes Geld mit sich, aber viel kaufen will er nicht, denn er muss ja alles mitschleppen, die 5 Stunden nach Hause.

 

25 km ist seine Heimatstadt Jericho von Jerusalem entfernt; das ist etwas weiter, als wenn ihr nach Gießen laufen müsst. Und es ist kein leichter Weg, obwohl es immer bergab geht.

 

Noch sind die lauten Stadtgeräusche um ihn: Menschen rufen, Wagen rollen, Viehzeug blökt und so weiter. Aber jetzt macht er sich auf den Weg zum Stadtrand. Dort wird es leiser. Er kommt ans Stadttor. Der Torhüter grüßt ihn freundlich: „ Es ist ein schöner Tag heute. Die Sonne scheint, aber es ist doch noch nicht zu heiß zum reisen. Wo soll es denn hingehen?” „Nach Jericho!” „Ah, nach Jericho willst du. Wo sind denn deine Begleiter?“ „Ich reise allein.” „Was? Allein nach Jericho? Das ist doch aber gefährlich. Man hört so viel Schlechtes in letzter Zeit. Es sind Räuber unterwegs. Aber ich will ihnen keine Angst machen. Es wird schon gut gehen. Ich wünsche dir eine gute Reise.”

 

Der Kaufmann betritt nun die staubige Straße. Er will schnell nach Hause kommen. Jetzt hört er nur die eigenen Schritte. „Was hatte der Torhüter noch erzählt?”, dachte er unterwegs nach „von Räubern und so? Hhh, was war das für ein Geräusch. Ach so, bloß eine Maus. Mann, die können einem ganz schön Angst machen mit ihren Geschichten von Überfällen.” Hin und wieder hört er einen Vogel singen. Ein sanfter Wind streicht durch die Büsche. Wirklich, das ideale Wetter zum Wandern.

 

Der Kaufmann kommt an Feldern und Felsen vorbei. Er denkt an zu Hause. Da - eine ganze Horde von Räubern stürmt hinter den Felsen vor. Sie greifen den Kaufmann. Er wehrt sich, aber schon schlägt ihn einer zusammen, reißt ihm den Umhang und alle Kleider vom Leib. Mit Fäusten und Steinen schlagen sie auf ihn ein. Die Räuber greifen sich die Beute: den vollen Geldbeutel mit den Schmuckstücken und den kostbaren Umhang.

 

Der Kaufmann liegt total hilflos da. Oh, was ist das ärgerlich. Hätte er doch auf den Torhüter in Jerusalem gehört. Das Geld und der Schmuck und die Schmerzen. Oh, was ist das ärgerlich. Er stöhnt. Jeder einzelne Knochen tut ihm weh. Er kann nicht aufstehen. Er hat Durst.

 

Da, was ist das? Er hört Schritte, jemand kommt singend näher. Er ist zu schwach, um sich zu bewegen, aber er blinzelt etwas. „Ein Priester ist es! Nun kommt Hilfe!”, denkt der Kaufmann. „Nun muss ich nicht sterben! Die Schritte kommen näher, gleich ist er da, aber - was ist denn nun los? Ganz schnelle Schritte. Er rennt weg, rennt einfach weg. Wollte er sich nicht schmutzig machen? Oh, was ist das ärgerlich.

 

„Aber jetzt höre ich wieder Schritte. Die werden doch nicht auch weitergehen. Das kann nicht sein” Er stöhnt laut und versucht Hilfe zu rufen, aber es wird nur ein leises Piepsen. Der Kaufmann kann einen Levit erkennen. Aber wieder kommt ihm dieser nicht zu Hilfe. Auch er rennt einfach vorbei. Die Angst ist zu groß. Der Weg ist zu gefährlich. Es ist schon zu viel passiert auf dieser Straße.

 

Eine lange Zeit geschieht nichts. Die Sonne fängt an richtig heiß zu werden und der Kaufmann kann sich nicht in den Schatten rollen. Es tut zu weh.

 

Jetzt kann er Eselgetrappel hören. „Ein Samariter?”, denkt er „jetzt ist alles aus. Vorbei! Der gibt mir noch den letzten Stoß zum Sterben. Zu lange ist schon Feindschaft zwischen uns Juden und denen.” Er sieht den mitleidigen, liebevollen Blich des Samariters nicht. „Der Arme”, murmelt dieser. Er geht zur Satteltasche seines Esels, holt Wein und Öl heraus und seine Wasserflasche. Mit dem Wein reinigte er die Wunden des Kaufmann. Das tat erst ganz schön weh. Aber als der Samariter dann das Öl darüber goß. Das tat dem Kaufmann sehr gut. Ihm tat schon leid, dass er so schlechte Gedanken über diesen Mann hatte. Wie gut, dass der Samariter sich nicht über den Kaufmann geärgert hat, weil er ein Jude war.

 

Als der Kaufmann versorgt war, hob der Samariter ihn auf seinen Esel und brachte ihn zum nächsten Wirtshaus und gibt dem Wirt Geld, damit er sich um den verletzten Kaufmann kümmert. Auch der Wirt wundert sich, warum ein Samariter so freundlich war zu einem Juden.

 

Als es dem Kaufmann dann wieder besser geht und er weiterreisen kann, jammert er über das Geld und die Schmuckstücke, die ihm gestohlen wurden. Da sagt der Gastwirt zu ihm: „Mensch ärgere dich doch nicht über die Räuber, sondern freu dich doch, dass der Samariter dir geholfen hast und du noch lebst.”

 

„Da hast du Recht!” Und so konnte der Kaufmann fröhlich zu seiner Familie zurückkehren.

Aufgabe:

Nehmt euch ein leeres Blatt und zeichnet den Weg des Kaufmanns von Jerusalem nach Jericho nach. Ihr könnt euch auch Figuren basteln, mit denen ihr dann die Geschichte nachspielen könnt.



Die Geschichte von den Emmaus-Jüngern (Lukasevangelium 24, 13-35)

 

Dies ist eine Mitmachgeschichte. Ihr könnt sie allein nachspielen oder mit euren Eltern oder/und Geschwistern.

Dazu benötigst du: Bauklötze, braunes Tuch, mehrere Figuren, kleine Steinchen,

(Die Geschichte ist immer gerade geschrieben, und die Anweisungen sind schräg gestellt)

Aus Bauklötzen eine Stadt darstellen (soll Jerusalem sein), einen Weg aus braunen Tüchern oder ähnliches. Am Ende des Weges ein Haus darstellen. Zwei Figuren auf den Anfang des Weges stellen.

Zwei Freunde Jesu sind auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Zwei Stunden lang müssen sie laufen, um ihr Ziel zu erreichen. Aber wie laufen sie? Sie sehen ganz traurig aus.

 

Die Freunde Jesu erzählen sich gegenseitig, was sie in Jerusalem erlebt haben:

„Weißt du noch, letzte Woche, als wir in Jerusalem angekommen sind? Da waren so viele Menschen am Wegesrand, die Jesus zujubelten.“

„Ja, Hosianna, haben sie gerufen und Palmzweige auf den Weg vor Jesus hingelegt.“

„Und dann haben wir Sederabend gefeiert. War das erst schön. Und dann so merkwürdig. Jesus hat ein ganz besonderes Abendmahl daraus gemacht. Als wir das Brot miteinander brachen, sagte er: ‚dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird.‘ Und als wir den Weinbecher herumgaben, sagte er: ‚dies ist mein Blut, das für euch vergossen wird.‘ Und dann sind wir alle zum Ölberg in den Garten Gethsemane gegangen, um zum Vater zu beten.“

Plötzlich wimmelte es nur so von Soldaten und die obersten Gelehrten unseres Landes kamen und nahmen Jesus gefangen.“

„Die meisten von uns sind erst einmal weggelaufen, geschockt und voller Angst.“

Während die beiden sich gegenseitig erzählen, warum sie so traurig sind, sind sie plötzlich nicht mehr allein.

(dritte Figur dazustellen, und alle auf dem Weg ein wenig weitergehen lassen)

 

Ein Fremder ist auf einmal hinter ihnen. Sie haben es gar nicht gemerkt, so vertieft waren sie im Gespräch. Der Fremde fragt: „Ich gehe schon eine Weile hinter euch her, ihr wirkt sehr traurig. Darf ich fragen, warum?“

Ungläubig schauen die beiden Freunde zuerst sich an, dann den Fremden. „Bist du der einzige Mensch in ganz Jerusalem, der nicht weiß, was in den letzten Tagen dort geschehen ist?“

„Was ist denn geschehen?“ fragt der Mann.

„Sie haben unseren Freund verurteilt und getötet, obwohl er nichts gemacht hat. Er ist unschuldig“

Und die beiden erzählen, was sie in der Zeit, als sie mit Jesus unterwegs waren, alles erlebt hatten, die Wunder, die Liebe Gottes, die Gleichnisse usw.

„Weißt du, wir hatten gehofft, dass Jesus, unser Freund, der König unseres Volkes werden würde. Jesus als König, das wäre gut gewesen. Er hätte allen Menschen geholfen, hätte ihnen auch von Gott erzählt, und man hätte gut leben können unter dem König Jesus. Aber dann war alles ganz anders gekommen.“

 

(in „Jerusalem“ ein Grab aus Steinen legen)

 

„Und als Jesus am Kreuz gestorben war und ins Grab gelegt wurde, haben wir es nicht mehr ausgehalten. Wir wollen nur noch weg aus Jerusalem, nach Hause nach Emmaus.

Der Fremde hört ihnen aufmerksam zu. Dann sagt er: „Ihr wart doch mit Jesus unterwegs. Ihr habt doch erlebt, wie Jesus Kranken geholfen hat. Ihr habt doch gehört, wie er von Gott erzählt hat. Und ihr habt doch auch gehört, dass er gesagt hat: Ich muss sterben. Aber nach drei Tagen wird Gott mir ein neues Leben schenken. Dann bin ich immer bei euch, auch wenn ihr mich nicht seht.

 

(Beim Lesen werden die drei Figuren über den Weg geführt.)

 

Die beiden Freunde Jesu hören zu. Langsam erinnern sie sich. Ja, so hatte Jesus es gesagt. Aber nun war Jesus doch gestorben. Und sie konnten ihn nicht mehr sehen und auch nicht spüren. Sie hatten das Gefühl, dass Jesus gar nicht mehr da ist.

Nach einem langen Gespräch kommen die beiden Freunde Jesu und der Fremde nach Emmaus

(Die drei Figuren kommen am Haus am Ende des Weges an)

 

Langsam ist es Abend geworden. Die Freunde Jesu bitten den Fremden: „Es wird schon Abend. Gleich ist es dunkel. Komm doch mit in unser Haus. Bleib bei uns bis Morgen. Dann kannst du weitergehen.

So geht der Fremde mit den Freunden Jesu in das Haus.

 

Sie setzen sich an den Tisch.

Und dann passiert es: Der Fremde nimmt das Brot, dankt Gott dafür und teilt es für die beiden Freunde Jesu. Dann gibt er ihnen die Stücke. Und auf einmal wird ihnen klar: Der Fremde ist Jesus, unser Freund Jesus.

Doch als sie das erkannt haben, ist Jesus plötzlich nicht mehr da.

 

(Die dritte Figur wegnehmen)

 

Aber die beiden Freunde wissen es nun ganz sicher: Jesus lebt.

 

Und sie erinnern sich: „Mensch, wir haben ja auch schon auf dem Weg hierher gemerkt, wie wir froh wurden, weil wir uns an Jesu Worte erinnert haben.“

 

„Weißt du was, das können wir nicht für uns behalten. Lass uns sofort zurück nach Jerusalem laufen und den anderen Freunden von Jesus erzählen. Die werden staunen, hoffentlich glauben sie uns das überhaupt.“

Ganz schnell gehen sie den Weg zurück.

(Die beiden Figuren den Weg zurücklaufen lassen. In Jerusalem ein paar Figuren hinstellen)

 

Doch als sie in Jerusalem ankommen, wartete eine große Überraschung auf sie. (die beiden Figuren zu den anderen stellen)

Die anderen Freunde Jesu sind auch nicht mehr traurig. Sie freuen sich und rufen den beiden Freunden entgegen: „Jesus ist wirklich auferstanden. Jesus lebt. Halleluja! Petrus hat ihn gesehen.

Dann können die beiden Freunde erzählen, was ihnen auf dem Weg nach Emmaus geschehen war und wie sie Jesus daran erkannt hatten, dass er mit ihnen das Brot brach.

Die Freude ist riesig. Und so fangen die Freunde von Jesus langsam an, diese Geschichte anderen zu erzählen und die haben sie wieder weiter erzählt, bis sie heute zu uns gekommen ist.

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Das Gleichnis vom Sämann

 

Jesus erzählte den Menschen viele Geschichten, oft Gleichnisse. Er wollte ihnen damit immer etwas deutlich machen.

Eines Tages erzählte er einer großen Menschenmenge folgende Geschichte:

„Ein Sämann (wir würden heute Bauer oder Landwirt sagen) ging auf sein Feld, um Getreide zu säen. Er streute die Körner auf das Land. Dabei fielen die Körner nicht alle dahin, wo sie sollten (heute machen das ja alles Maschinen).

Einige Körner fielen auf den Weg. Der Bauer wusste, dass da viele Menschen langlaufen würden. Die Körner würden zertreten werden oder von Vögeln gleich aufgefressen.

Manche Getreidesamen fielen auf Steine. Dort würde die Sonne sie austrocknen und sie könnten sich nicht entwickeln.

Andere Körner fielen unter Disteln und Dornengestrüpp. Da würden sie viel zu wenig Licht bekommen und würden ersticken.

Aber einiges von dem Getreide kam natürlich auch auf der guten Erde, dem Feld an. Dort könnten sie sich gut entfalten, wachsen und würden vielfach Getreideähren hervorbringen.“

Jesus beendete die Geschichte mit folgendem Satz: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Die Menschen gingen etwas verwirrt nach Hause. Viele hatten nicht verstanden, was Jesus ihnen damit sagen wollte.

Als Jesus mit seinen Jüngern später allein war, fragten sie: „Herr, was hat dieses Gleichnis zu bedeuten? Wir haben es nicht verstanden!“

Jesus erklärte es ihnen.

Die Getreidekörner bedeuten Gottes Wort (Wir nennen es heute die Bibel). Gottes Wort wird, wie die Körner, unter die Menschen verstreut. Viele hören es. Aber es kommt unterschiedlich bei Ihnen an.

Die Menschen, bei denen Gottes Wort ankommt, aber es wie bei den Körnern auf den Weg fällt, hören zwar Gottes Wort, aber sie werden gleich wieder abgelenkt, so dass sie es sehr schnell wieder vergessen.

Die Menschen, bei denen Gottes Wort ankommt, aber es wie beim Getreide auf felsigen Boden trifft, fangen zwar an zu glauben, aber der Glaube hat keine starken Wurzeln. Schnell gerät er wieder in Vergessenheit. Anderes wird wichtiger.

Die Menschen, bei denen Gottes Wort ankommt, aber es wie bei den Samen unter die Dornen gerät, hören Gottes Botschaft zwar, aber dann kommen Probleme und Sorgen; der Alltag ist da. Der wird viel wichtiger als Gottes Wort und deshalb kann es nicht im Menschen Wurzeln bekommen

Aber bei den Menschen, die Gottes Wort hören, und es auf guten Boden, also mitten ins Herz trifft, da geht die Saat auf. Diese Menschen beginnen, auf Gottes Wort zu hören, seine Liebe zu den Menschen anzunehmen und daran zu glauben. Sie geben die Geschichten von Gottes Liebe auch weiter an andere Menschen, damit viele Menschen an Gott glauben.

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Vom verlorenen Schaf

 

Zu Jesus kamen die verschiedensten Menschen. Auch viele verrufene Leute waren darunter. Keiner konnte sie leiden. Aber Jesus freute sich, wenn sie zu ihm kamen. Er setzte sich mit ihnen an einen Tisch und aß und trank mit ihnen.

Das passte den anderen nicht. Sie ärgerten sich über Jesus. „Was?“ schimpften sie. „Mit solchen Leuten gibt Jesus sich ab? Weiß er denn nicht, wie schlecht sie sind?“

Das hörte Jesus. Deshalb erzählte er ihnen diese Geschichte:

<< Es war ein Hirte, der hatte hundert Schafe. Er kannte alle Schafe mit ihrem Namen. Und auch die Schafe kannten ihren Hirten und hörten auf seine Stimme. Jeden Tag zog der Hirte mit seinen Schafen auf die Weiden. Der Weg war oft gefährlich. Er führte über steinige Berge und durch finstere Täler. Aber die Schafe blieben dicht bei dem Hirten. So konnten sie sich nicht verlaufen.

Aber eines Tages kam ein Schaf vom Weg ab und verirrte sich in den Bergen. Der Hirte merkte es erst am Abend, als er die Schafe zählte. Wie erschrak er: Er hatte keine hundert Schafe mehr. Ein Schaf fehlte.

Da ließ der Hirte die 99 Schafe stehen und zog sofort los, um das verlorene Schaf zu suchen.

Er ging immer weiter in die Nacht hinein. Er stieg über schroffe Felsen und durch tiefe Schluchten. Und immerzu rief er das Schaf mit Namen.

Auf einmal hörte er etwas, nur ganz schwach. Was das nicht sein Schaf? Der Hirte lief schnell darauf zu. Und wirklich! Da lag das Schaf, das er verloren hatte. Er hatte es gefunden!

Behutsam nahm er das Tier auf seine Schultern und trug es voll Freude nach Hause.

Zu Hause aber holte der Hirte alle Freunde und Nachbarn herbei und rief: „Freut euch mit mir! Denn mein Schaf war verloren. Aber nun habe ich es wieder gefunden!“ >>

„Seht!“ sagte Jesus zu allen, die ihm zuhörten. „So freut sich Gott wenn ein Mensch heimfindet, der sich verirrt hat.“ (Lukas Kapitel 15, Verse 1-7, aus Neukirchener Kinderbibel)

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